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Abschied und Neuanfang
Es gibt manches, von dem man anfangs fest annimmt, es würde ein Leben lang halten. Um irgendwann festzustellen: So tief die Zuneigung auch anfangs war, so anhaltend die Gewohnheit die Bindung verstärkte und so angenehm man sich im Alltag aneinander gewöhnt hat – irgendwann kommt die Zeit für eine Trennung. Das fühlt sich dann zwar richtig und befreiend, aber auch ein bisschen traurig an.
So geht es mir und dem Glasgeschirr, das immerhin schon über ein Vierteljahrhundert mit mir verbringt. Ich schrieb 2004
vor ein paar Jahren schon mal darüber, siehe Blogging down Memory Lane, wie und warum ich bereits als Kind damit begonnen hatte, große Berge von dem Glasgeschirr aufzuhäufen, das wir alle kennen: Große Glasblätter von Arcoroc, Modell »Aspen«.
Fast unverwüstlich, das Zeug. Auf Parkett kann man es fast beliebig oft fallenlassen und nur die Spülmaschine hinterlässt – nach Jahren – erste Spuren. Wahrscheinlich hat dieses Aspen sich überhaupt nur so ausgebreitet, weil ich es von Anfang an gesammelt habe, ich habe schließlich auch Jahre mit der Suche nach guten Woks verbracht, knapp bevor sie in Mode kamen und portugiesischen Milchkaffee aus Wassergläsern getrunken, bevor der Latte Macchiato in jedes Café schwappte.
Hier ist zwar noch eine Menge anderes Geschirr gelandet inzwischen, aber Aspen ist und war halt überall, schon mengenmäßig bedingt.
Nun sortierte ich gestern mein sehr altes englisches Geschirr für die Taufe durch, um zu sehen, ob ich auch alles benötigte hier habe. Es gehört mir schon lange, aber erst vor einigen Wochen habe ich es hergeholt, weil jetzt genug Platz da ist, und mit dem Nachkaufen fehlender Teile begonnen (teure Sache). Dieses blaue Service mit den zarten handgemalten Blümchen hat eine eigene Geschichte, die sich für mich auch nicht dadurch schmälern lässt, dass gleich die erste damit zunächst mit Freude bewirtete Besucherin es voller Abscheu als »durch und durch hässlich und spießig« bezeichnete.
Für eine prachtvolle, abgrundtief spießige Kaffeetafel in Blau auf Weiß mit passenden Servietten und Kerzenhaltern ist alles im Haus. Aber das Abendessen … das wunderschöne Olivengeschirr von Olivia hat nicht genug Teller, die weißen Ersatzdinger sehen aus wie Plastik und plötzlich konnte ich den Gedanken nicht ertragen, noch im 25. Jahr den neutralen Kompromiss mit den Aspen-Blatttellern einzugehen. Was tun?
An einem Samstagabend um 21 Uhr den Mann zu Ikea jagen und 12 apfelgrüne Teller und 12 apfelgrüne Schalen kaufen lassen hat sich als zufrieden stellende Lösung entpuppt. Wir brauchen eh ein anderes Alltagsgeschirr, auf das man nicht achten muss. Zufällig habe ich die passende Tafeldecke von Impressionen und so steht einem in frühlingshaft frischen Farben gedeckten Abendbrottisch nichts mehr im Wege.
Die Aspen-Teller (und es sind immer noch recht viele …) allerdings müssen jetzt dem Zuwachs weichen und warten. Auf eine Party mit Buffet, zum Beispiel.
Komisches Gefühl, den Schrank aufzumachen und nicht mehr auf einen Berg aus Glastellern im Blattdesign zu schauen. Es wurde aber Zeit.
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>es voller Abscheu als »durch und durch hässlich und spießig« bezeichnete
Was hast du denn für Gäste?!
Sandra am 05/03 um 09:34 PM -
Du kannst doch nicht mich fragen, warum Menschen die Dinge tun, die sie tun :-) woher soll ich das wissen?
Melody am 05/04 um 11:23 AM -
Oh ja! Ich auch! Aspen! Die große Glasschüssel ist grundsätzlich die, mit der ich Hackfleischmischungen vorbereite. Die flachen Schüsselchen sind nach wie vor die einzigen, in denen ich Erdbeerquark esse ... pervers. Fast alles an Aspen ist weg (JA!), aber mit den restlichen 3 Glasschüsseln und den 6 Schüsselchen werde ich wohl noch Oma werden, die dürfen erstmal bleiben ;)
Das schwarze Arcodarc-Geschirr habe ich im letzten Frühjahr degradiert, es ist nur noch “man könnte es ja nochmal brauchen”-Geschirr in der GmbH-Fläche ;)
Unverwüstlich! Aber wenn es denn mal kaputt geht, hat man 10.000 Sandkrümel in der Küche!Sabine am 05/04 um 04:35 PM -
Gut, aber das ist schon unverschämt. Finde ich.
@sabine: Das eckige schwarze? Meine Mutter hat davon ein Teeservice LOL
Sandra am 05/06 um 10:28 PM
