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Bloggende Väter
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Babynahrung
Lass es dir schmecken, Baby! heißt ein Artikel in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung (via Vorspeisenplatte), in dem genau das steht, was hier sowieso schon stattfindet:
Bitte keine hysterische und dabei offensichtlich auch noch wahrscheinlich fehlgeleitete Allergievermeidung, das Kind bekommt so früh wie möglich so normal wie möglich alles zu essen, was die Welt zu bieten hat: Gesund kochen, frisch kochen, regelmäßig gutes und vollwertiges Essen - ohne vorbeugend auf hypoallergene Nahrung zurückzugreifen, Gluten zu vermeiden oder was sonst gerade so alles in Mode gekommen ist.
Grund ist eben das: Die Mode, was Essen angeht.
Ich mach nicht mit. Auch nicht, wenn die Hebamme mir noch so oft erklärt, Gluten sei schlimmer als Atomwaffen. Auch nicht, wenn Mutterwesen aus dem Bekanntenkreis die ganz große Schuld- und Sühne-Vorwurfskeule auspacken und genau erklären, warum Tabea-Sabina und Loreander durch ‘verantwortungsvolles’ Essen und Trinken vor Todespickeln und Fußschweiss bewahrt wurden.
Es gibt keine Möglichkeit, Allergien zuverlässig zu vermeiden.
Ein Großteil dessen, was konsequent empfohlen wird, beruht auf Vermutungen und kann genau so gut nach hinten losgehen und grottenfalsch sein.
In den 70ern hieß es, Fertignahrung sei der einzig wahre Jakob und die Babys wurden nicht gestillt. In den 80ern wurden kleine Kinder auf krasse Diäten gesetzt, in den 90ern gab es gewisse grausige Schulterpolster und auch sonst wurden immer wieder eine ganze Menge Trends als wahr und heilig anerkannt, die relativ kurze Zeit darauf schon wieder als völlig überholt bis dumm galten. Es gab auch Zeiten, in denen Neugeborene grundsätzlich ohne Narkose operiert wurden, weil man dachte, sie hätten noch kein Schmerzempfinden.
Meine eigene Mutter gab ihr Bestes, aus mir den damals modernsten Erkenntnissen folgend ein gesundes Kind zu machen und zerstörte meinen Stoffwechsel, meine Gesundheit für immer und gab mir für lange Zeit eine üble Eßstörung mit.
Sie tat nur, was ihr empfohlen wurde, die Ärzte waren also ebenfalls Idioten. (Oder wer schickt 10jährige Kinder im Winter sechs Wochen lang auf 800 Kaloriendiät alleine auf Nordseeinseln, mit anderen Kindern, die allesamt zunehmen müssen? Sowas machen nur Idioten.)
Alle mir bekannten Frauen mit Eßstörung oder mindestens auf ihren Körper bezogenen Selbsthass hatten/haben Mütter, die sich für weise und mächtig genug hielten, gezielt ganz gewaltig im Essverhalten ihrer Töchter herumzufuhrwerken. Sie auf Diät zu setzen, ihnen Süßwaren zu untersagen, sie hungern zu lassen, sie zum Sport zu zwingen, die ganze Familie zu Zwangsvegetariern zu machen oder alles auf einmal. Sie meinten es ja nur gut und stellten Regeln auf, versuchten Verhaltensweisen zu erarbeiten und trainierten ihre Kindern in dem, was sie für sich selbst für richtig hielten und sich frisch angelesen hatten.
Diesen Trip lassen wir also schon mal aus.
Mir erscheint viel plausibler, was in der SZ steht: »... mit einem Jahr dürfen Kinder alles mit den Eltern zusammen essen, wenn auch weniger gesalzen und gewürzt. “Man tut gar nicht gut daran, den Kindern Lebensmittel allzu lang vorzuenthalten“, sagt Kersting. “Dann haben sie keine Chance, sich an die Allergene zu gewöhnen.“
Zu diesem Schluss kommt auch die Europäische Pädiatrische Ernährungskommission in ihrer jüngsten Stellungnahme. Zwar gebe es Nahrungsmittel wie Nüsse, Eier und Fisch, die besonders leicht Allergien auslösen. “Es gibt aber keinerlei überzeugende Belege dafür, dass ein Verzicht auf diese Nahrungsmittel Allergien verhindern kann.” Vielmehr könne die verspätete Einführung mancher Nahrungsmittel das Allergierisiko sogar erhöhen, warnt Koletzko.
Zum Beispiel sollte auch die Einführung von Getreide, das das Klebereiweiß Gluten enthält, nicht zu spät beginnen: “Kinder sollten davon möglichst schon kleine Mengen bekommen, wenn sie noch gestillt werden, um einer Weizenallergie vorzubeugen.” Eine Anti-Allergie-Diät kann auch noch andere Folgen haben. Zum einen werden den Kindern besonders gesunde Lebensmittel wie Fisch vorenthalten. “Außerdem ist ein breiter Speiseplan für die Geschmacksprägung des Kindes von großer Bedeutung”, sagt Koletzko.« (noch mal der Link auf den Artikel).
Wir machen also gar nichts besonderes, damit automatisch das, was im Artikel empfohlen wird und folgen damit vielleicht sogar schon heute der Mode von morgen :-))
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GUTER Beitrag!
Meine Erfahrung und tiefste Überzeugung: Allergien haben dann am wenigsten eine Chance, wenn man ihnen die geringstmögliche Beachtung schenkt.
Und über Allergien nachzudenken, die noch gar nicht vorhanden sind, oder sogar den Speiseplan an möglichen Allergien auszurichten, halte ich für völlig meschugge.Biggi am 04/16 um 02:36 PM -
Ich wurde als Kleinkind und Kind auch nicht besonders ernährt und ? :-)
Wenn man sich so extrem sorgt, was das Kind ist, was es macht, mit was es spielt, dann kann es doch keinen Spass machen, überhaupt ein Kind zu haben.SuMu am 04/17 um 06:33 AM -
*LOL* Tobias und Saskia haben uns eh was gehustet, von wegen Gläschennahrung und “ungewürzt”. Die wußten beide schon ganz früh ganz genau, was sie essen bzw. eben nicht essen wollten. Und wehe, ich kam mit Labber-Pamps um die Ecke! Wir haben sie gelassen und beide entwickeln sich prächtig.
Ute am 04/17 um 11:23 AM -
Ich kann mich dabei meinen Vorkommentatorinnen wirklich nur anschließen. Meine Kinder durften auch vergleichsweise früh alles probieren, was wir selbst aßen. Zu Beginn vielleicht etwas weniger gewürzt, aber klein gemacht vom Tisch.
Im Krankenhaus wurde ich mit meinem inzwischen einjährigen Spatz jedoch richtig dumm angeguckt, weil ich nach einem Abendbrot fragte - “Wieso das? Da reicht doch wohl eine Flasche…” - Ne, meinem nicht :-)
Waldweiblein am 04/17 um 01:32 PM
