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Bloggende Väter
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Das ist für dich, aber du kannst es auch weggeben.
So oder so ähnlich schenkt meine Mutter. »Hier hast du ein dreihundert Jahre altes Familienarmband, das musst du aber der Tochter geben.« ist noch halbwegs harmlos, da irgendwie verständlich. Ich könnte schließlich sofort zur nächsten Pfandleihe wetzen, um das Erbstück gegen Pizza-Coupons zu tauschen, wer weiß?
Nach ungefähr zwanzigmal »hier hast du ... für Tochter« habe ich ihr die Geschenke zurückgegeben und erklärt, dass sie mich mal kreuzweise kann. Entweder man schenkt oder man schenkt nicht. Will sie der Tochter was schenken, soll sie es ihr direkt geben.
Daraufhin hat sie halbwegs kleinlaut alles ohne Einschränkungen wieder mir geschenkt. Konnte sich den Satz kaum verkneifen, dass es aber Erbstücke sind, er tropfte praktisch schon fast sichtbar von der Decke *g*
Nun gibt sie dem Kind gerade eben einen kleinen Traktor und meint dazu: »Guck, für dich - du kannst das aber auch M. geben.«
M. ist der kleine Krabbelgruppenfreund.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll :-))
Traktoren sind für Jungs? Die alte verdrehte Geschenkmasche geht wieder los? Wenn sie was schenkt, soll sie es ganz und gar schenken oder es sein lassen?
Auch diesmal habe ich direkt gesagt, was Sache ist: Schenk ihr was oder lass es bleiben, aber sag ihr nicht dazu, dass sie es weiterschenken soll, verdammt!
Nicht, weil ich glaube, dass meine Mama sich noch ändern kann ... sondern damit meine Tochter lernt, dass man es auch “einfach” ansprechen kann, wenn etwas quersitzt, klemmt und/oder klebt.
Ich schätze, etwas Wichtigeres gibt es nicht zu vererben in dieser ganzen riesengroßen Familie, in der sich ganze Generationen Höflichkeits- und Verklemmungsmagengeschwüre gezüchtet haben. Auch wenn die alten Damen das allesamt sicher anders sehen.
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Hier gibt es auch einen Traktor, ein Polizeiauto, einen Rennflitzer und irgend ein total beklopptes batteriebetriebenes Auto, das fortwährend die Richtung wechselt. Und es wird sicher noch mehr Spielzeug geben, was man eher in einem Jungenzimmer erwarten würde (man = die “andere” Generation).
Ich muss meine Schwiegermutter übrigens bei jeder Zusammenkunft daran erinnern, dass Liane frühestens dann Ohrlöcher bekommt, wenn sie sich bewusst welche wünscht. Ich finde den Anblick von Wickelkindern mit riesigen Steckern in den Ohrläppchen einfach widerlich und Körperverletzung ist es außerdem.
Silke am 11/21 um 07:12 PM -
Nunja, diesen Traktor hat sie ja selbst gekauft ... verstehe all das, wer wolle. Ich will nicht :-)
Aber so eine Ohrlochgeschichte würde vermutlich dazu führen, dass jener Teil der Familie sich nie wieder in mein Wohnzimmer traut. Meine Güte :-/
Letzte Woche meinte ich zu meiner Schwmutter, dass man eigentlich jedes Mal ein Lob dafür bekommen müsste, wenn man es höflich aushält, wie die Mütter und Schwiegermütter erziehungstechnisch Grenzen überschreiten - und sie meinte allen Ernstes zu mir, das würde sie ja nicht tun, auf sie träfe das nicht zu. HALLOOOOOOOOOO???
Das ist die Frau, die mir bereits das kleine Baby gewaltsam aus den Armen zerrte und damit nie aufgehört hat, obwohl sie das Kind schon mal gegen die Schrankkante gehauen hat bei ihrem nervigen, widerlichen Gezerre ... aber klar, sie ist perfekt und gibt nie Anlass, die Augen zu verdrehen, sie doch nicht….?!
Melody am 11/21 um 07:29 PM -
Naja, das hat meine Schwiegermutter ja inzwischen gelernt, nachdem Liane auf ihrem Arm rumgebrüllt hat wie am Spieß ;-)
Aber sie hat mir erklärt, dass in Ungarn die Kinder oft direkt nach der Geburt bereits Ohrlöcher bekommen. Und sie will doch all ihre sauteuren Ohrringe und insgesamt ihr sauteures Geschmeide vererben… Aber ich bins schon gewohnt, dass ich immer wieder die gleiche Platte abspielen muss. Ist bei anderen Themen genauso. Und genauso erzählt sie immer wieder das gleiche und fragt immer wieder das gleiche und behauptet immer wieder das gleiche, tbc… Gnihihihihihihiii
Silke am 11/21 um 07:38 PM -
Ach sieh einer an, auch sie will lieber der Enkelin vererben als dir? Sowas. Wir sind den Althühnern nicht geschmeidig angepasst genug und bei unseren Töchtern können sie sich der Illusion noch hingeben :-))))))
Die Wiederholungserzählungen machen mich RASEND. Dummerweise gibt es Familienmitglieder, denen wiederum ich alles achtzehnmal sagen muss, damit es klappt (und nicht alle sind im Schnulleralter), ich kann mir also so ungefähr vorstellen, wie sowas zustande kommt: Man kann irgendwann nicht mehr aufhören.
Melody am 11/21 um 07:41 PM -
Und es sind wirklich Illusionen, wenn ich mir meine drei Mädel so ansehen.
Und Ohrstecker /-hänger lassen sich von einem geschickten Juwelier auch umbauen, wenn die Beschenkte wirklich keine Ohrlöcher haben will :-)
Feli am 11/21 um 10:35 PM -
öööööhm, gerade heute könnte ich dazu was schreiben… ich tanze grad den eiertanz zwischen “ignorier meine hinweise, ich bin ja nur die mutter - also sieh zu, ob du es noch besser weisst wenn der kleine brüllt und sich nicht beruhigen lässt” und “es ist mein kind und mein ein und alles und soll nicht leiden, nur weil jemand GLAUBT es besser zu wissen”.
schwierig schwierig!
Cecie am 11/22 um 10:04 PM -
Scheint so, als entkäme man diesem Kreislauf nicht… 18 Mal reichen hier definitiv nicht. Ich habe aufgehört, zu zählen.
Silke am 11/22 um 11:34 PM -
Feli: Ja, muss ja so sein. Unabhängige kluge Frauen erziehen doch die eigenen Töchter nicht zu irgendwas Unterwürfigem :-)))
Cecie: Oha, aber dazu ist er echt noch zu klein, da wirf dich in die Rüstung und wehre die Anfänge ab ... wäre meine Empfehlung.
Silke: Seufz.
Melody am 11/23 um 07:43 AM -
das verhältnis ist hier eh sehr semsibel, daher der eiertanz, denn ich will einem unbeschwerten verhältnis auf keinen fall im wege stehen.
meine mutter dagegen kriegt knallharte ansagen. nun, nicht nur die zwerge müssen jede monge lernen sondern auch die grossen…
Cecie am 11/23 um 10:32 AM
