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Die ältere Generation
Das ist das Vorrecht der Omas, kriege ich zu hören, wenn das Kind verwöhnt wird. Omas dürfen das, heißt es jedes Mal, wenn das Mädchen sich seinen Willen erquietscht um des Quietschens willen und “Du bist ja auch die Mutter, das ist was anderes - denn Omas müssen sich daran nicht halten” werde ich belehrt, wenn ich um einen ganz normalen Umgang mit dem Persönchen bitte, das eh schon ziemlich willensstark ist.
Die scheinen das auch tatsächlich zu glauben, die Teilnehmer an der Oma Generation, denn eine Tante im Alter meiner Mutter fängt jetzt auch schon damit an. Omas dürfen das Kind also ganz anders verwöhnen, als sie es mit ihren eigenen Kindern je getan hätten und haben auch gar kein Problem damit, ihren eigenen Dickschädel ebenso durchzusetzen wie das Kind den seinen.
Bis zu einer bestimmten Grenze akzeptiere ich das, klar. Bis zu einer ganz bestimmten, harmlosen Grenze.
Aber eins sollte genau diesen über die Stränge schlagenden, mir das Kind aus dem Arm zerrenden und jeden Scheiss erlaubenden Großmüttern und -tanten auch klar sein:
Die Dosis bestimmt nicht das Gift, die Dosis bestimme ich.
Wenn ich nämlich zu oft genervt zusehen muss, wie mein Kind genau anders herum erzogen werden soll als ich mir das wünsche, reduziere ich die Anwesenheit der nervötenden älteren Verwandtschaft auf ein erträgliches Maß. Ein für mich erträgliches, versteht sich. Das kann auch ganz schön selten sein.
Denn Mamas dürfen das. Das ist das Vorrecht einer Generation, von der erfolgreiche Berufstätigkeit ebenso wie gleichberechtigte Partnerschaft und fürsorgliche Mutterschaft erwartet wird.
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Tja, das kenne ich irgendwoher *g*
Silke am 02/21 um 10:36 PM -
Meine Mutter erzählte mir mal, ich sei als Kleinkind eineinhalb Wochen bei meinen Großeltern gewesen, weil sie im Krankenhaus lag. Die Erzählung endet immer mit den Worten “Ich hab vier Wochen gebraucht, bis ich Dich wieder normal hatte.” ;-)
Verwöhnen ist ja schön und gut, aber es kann nicht er Erziehung der Eltern, die ja nun mal dafür zuständig sind, entgegen laufen. Ich glaube, irgendwann kommen Kinder in ein Alter, in dem sie genau peilen, was sie wo dürfen. Aber bis dahin sind zwei verschiedene Erziehungsarten sehr anstrengend, glaube ich. Sowohl für Dich als auch für die Kleine.
Kirsten am 02/22 um 09:10 AM -
Silke, das glaube ich gerne :-) und bei uns fängt sogar die Patentante schon an mit dem ” ... und dann gehe ich mir ihr einkaufen und sie kriegt lauter rosa Glitzernagellack, Patentanten dürfen das ...”. Es ist ja schön, dass die kleine Pocke rundherum von so viel Liebe und Interesse umgeben ist, aber ich bin trotzdem ruhig entschlossen, dieses Kind nicht verkorksen zu lassen.
Kirsten, auch das glaube ich sofort, also die vier Wochen bis normal :-) Die Kinder peilen sofort, was sie mit wem machen können und sind schon mit 8 oder 9 Monaten in der Lage zu begreifen, dass sie das eine Kindermädchen beliebig manipulieren können und das andere nicht. Ein Grund mehr, eine klare Linie zu verfolgen und (beispielsweise hier jetzt mit der Oma zu Besuch) nicht sofort alles zu erlauben, nur weil sie schreit und bockt.
Den Omas ist es nämlich scheissegal, ob ihr Getüddel mit dem Kind unserer Erziehung frontal entgegenläuft, sie müssen es ja nicht ausbaden und machen also einfach, was sie wollen. Wenn ich aber darauf anspreche, ignoriert werde und nochmal darauf anspreche und es ändert sich trotzdem nicht ... sieht man sich eben nur noch einmal im Jahr.
Melody am 02/22 um 10:20 AM -
Die Erziehung von Geroßeltern und Eltern könnte hier nicht unterschiedlicher sein. Doch trotzdem hat es die Kindelein nicht in Verwirrung und mich nicht in Verzweiflung gestürzt. Die Kinder lernen sehr schnell, wo sie was dürfen.
Und ich freue mich auch schon sher auf die Zeit, in der ich Enkel einfach mal nur verwöhnen darf, ohne “schlimme” Spätfolgen im Hinterkopf haben zu müssen.
Verwöhnen bedeutet bei unseren Großeltern übrigens: überdurchschnittlich hoher Fernsehkonsum, Wunschmenu für jedes Kind und ungefähr doppelt so viele Süßigkeiten wie daheim.
Früher etwa dreimal die Woche, heute höchstens einmal die Woche. Ab Mittwoch allerdings für drei Tage in Folge. Kinder, Eltern und Großeltern werden es überleben.Ich find´s NICHT schlimm, denn ich vertraue darauf, dass meine Kinder mehr in ihrer allerengsten Kernfamilie lernen. Vor allem wenn sie noch sehr klein sind.
Frau ... äh ... Mutti am 02/22 um 12:13 PM -
Da bin ich eben anders. Von den Verwöhnbesuchen sind wir ja zeitlich weit entfernt und auch eine Oma werde ich erst sein, wenn überhaupt, wenn ich auch tatsächlich im echten Oma-Alter bin *g*).
Mich nervt es einfach zu sehr, wenn die Omas sich einbilden, nicht einmal zuhören zu müssen, wenn ihnen etwas erklärt wird - oder wie Schwiegermutter mir das Kind gewaltsam aus dem Arm reissen, auch wenn es dabei mit dem Kopf gegen den Schrank schlägt.
Es mag an meinem arbeitsreichen Alltag liegen (und der damit einhergehenden nervlichen Beanspruchung), aber für sowas hab ich keine Toleranz über :-)
Melody am 02/22 um 12:31 PM -
Wenn Großeltern komplett anders agieren, stürzt es ALLE Kinder zunächst in Verwirrung.
Woher sollten sie denn im Babyalter auch wissen, dass es in der komischen Erwachsenenwelt relativ normal ist, dass der eine “Hüh!” sagt und der andere “Hott!” Und logischerweise wählen sie im Zuge der Bedürfnisbefriedigung (denn alle Kinder sind Egoisten, das ist von der Natur her so eingerichtet und evolutionsgeschichtlich auch sinnvoll, nur heute nicht mehr *g*) die angenehme Variante.
Also die, die am besten schmeckt, den größten Spaß verspricht und am wenigsten Arbeit macht. Und NATÜRLICH kostet es Mühe, das den Kleinen (und Größeren) wieder auszutreiben. Wenn es sich um solche Dinge handelt, wie Barbie oder nicht, kann man ja noch drüber hinwegsehen. Wenn aber die Oma dem Baby “anständiges Essen” zufüttert, obwohl man extra Milch abgepumpt hat, und daraufhin die gefürchtete Neurodermitis auftritt, an die die Oma nie geglaubt hat, soll man da gelassen bleiben?
Oma lässt das Kind im Garten alleine spielen, “weil es das so gerne wollte”, das Kind ertrinkt im Teich - auch ein Beispiel aus der Realität, wo die Oma nur verwöhnen wollte. Extrem vielleicht, aber manchmal braucht man solche Beispiele um zu verstehen, dass es Grenzen gibt. Und Einmischung in die “inneren Angelegenheiten” einer Familie gehören einfach dazu. Vielleicht sollten die Großeltern gelegentlich mal zuhören, was erwünscht ist, und was nicht.
Verwöhnen können sie doch trotzdem: Mit Zeit und Geduld, die die Eltern in der Alltagshektik einfach nicht aufbringen können. Mit den Kindern basteln, spielen, stundenlang kuscheln und Märchen vorlesen. Ein Waldspaziergang, ein Besuch auf einem Spielplatz, den das Kind noch nicht kennt. Aber nicht mit Süßigkeiten, extra viel Fernsehen (womöglich um en Eltern eins auszuwischen), teuren Geschenken, etc. Zeit haben, das ist für mich gesundes Verwöhnen.
Kommunikation hilft da ungemein.
Petra am 02/22 um 01:25 PM -
Auf Wunsch von Petra habe ich noch ein paar Absätze eingebaut.
Kommunikation muss aber auch klappen, wenn man ignoriert wird, klappt sie nicht.
Supermami muss ich nicht sein oder werden. Wenn zu viele Grenzen überschritten werden und meine Nerven leiden (noch ist es gar nicht so weit), nehme ich Sicherheitsabstand und den Rest sehen wir dann, wenn und falls er wirklich stattfindet. Es gibt nämlich auch Familien, da nerven die Omas und das will ich dann gar nicht schönreden müssen.
Oder, wie meine Freundin immer sagt: Die Aufopferungsmasche üben wir aber noch mal :-D
*g*Melody am 02/22 um 01:45 PM -
Wenn du auf das Kind mit nur halb so viel Geduld eingehst wie auf die Kommentatoren, mache ich mir wenig Sorgen ;-P
Simone am 02/22 um 03:45 PM -
Simone, ganz ehrlich: Mach dir bitte gar keine Sorgen um mein! Kind :-)
Alleine dass du mich für geduldig hältst, zeigt ja mal wieder sehr schön, dass Blogs und Blogeinträge unglaublich missverständlich sind. Kommentare sicher auch.
Melody am 02/22 um 06:24 PM -
Puh, da muß ich doch glatt mal ein Loblied auf die beiden Omas unserer Kinder singen. Keine von denen läßt sich von den Enkeln auf der Nase herumtanzen, keine füttert sie mit ernährungstechnischem Mist und keine schenkt wahllos und unabgesprochen irgendwelchen Schrott. Scheint selten zu sein.
Ute am 02/23 um 08:56 AM -
Ute, dafür hattest du doch aber den BLANKEN!! Horror am Hals mit deiner Schwiegermutter früher? Irgendwas ist eben immer :-)
Melody am 02/23 um 09:26 AM -
@Melody: Seit Tobias da ist, ist sie handzahm. :-) Keine Ahnung, was die Wandlung herbeigeführt hat, aber sie hat neulich drei Tage lang auf unsere Kinder aufgepaßt, als Marc und ich auf Dienstreise waren, und das hat wunderbar geklappt. Nix war mit “verzogen”.
Ute am 02/24 um 07:47 AM -
wo kann ich unterschreiben?
Cecie am 02/24 um 12:21 PM
