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Bloggende Väter
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Jetzt geh mal weg, Mama
Die Zeit verrinnt, und ich versöhne mich täglich immer noch mehr mit dem Gedanken, dass es bei uns einfach besser passt, wenn das Mädchen eine Kinderfrau hat. Nicht nur, weil ich Amok laufen würde, müsste ich das schöne Buch mit dem Elefantenkind, das Ute uns mal mitgebracht hat, tatsächlich neunzehnmal nacheinander lesen.
Sondern auch, weil die Kleine sichtlich davon profitiert, nicht nur nebenbei im Haushalt mit wegorganisiert zu werden, sondern viele Stunden in der Woche exklusiv angesprochen zu werden. Sie ist entspannt, auch auf Veranstaltungen mit vielen Menschen, guckt sich alles in Ruhe an, was so passiert, egal wo wir sind und lässt sich problemlos auch mal einer Freundin auf den Arm geben oder wartet, wenn man doch lieber alleine aufs Klo will.
Andererseits: Sie spielt auch schon mal ein oder zwei Stunden wunderbar ganz alleine und ich muss zugeben, dass ich dann aus dem Zimmer gehe (und ab und zu über die Webcam nachsehe, was sie tut).
Big Mother is watching you, sozusagen. Meistens so anderthalb Stunden, ganz selten auch mal zweieinhalb. Völlig problemlos.
Sie spielt, sie blättert ihr Buch, sie küsst und füttert die Puppen und findet es offensichtlich völlig OK und wunderbar, sich ganz alleine zu beschäftigen.
Andererseits weiß sie auch genau, was sie sich von Menschen erwartet, die mit in ihr Gehege kommen. Die müssen sich nämlich hinsetzen, bekrabbeln lassen und dann ein Buch vorlesen, wobei sie sich das Tempo nicht selbst aussuchen können. Wenn das jemand nicht sofort versteht, kein Problem: So ein kleines Mädchen kann schon sehr energisch sein und setzt sich einfach samt Buch auf Leute, um sich die Lektüre selbst aufzuschlagen.
Als die Kinderfrau heute morgen kam, wurde ich gnädig rausgewinkt. Bis später, Mama ... ich spiele jetzt hier mit Frau S., die Gesten und der lässige Abschiedskuss waren eindeutig und ich hab es mir mal verkniffen, deswegen beleidigt zu sein. Sondern freue mich, dass wir eine Kinderfrau mit so viel Geduld gefunden haben, die das Kind mag und umgekehrt.
Außerdem hätte ich nur ganz begrenzt Lust, mehrere Stunden am Tag im Treppenhaus damit zu verbringen, Treppensteigen zu üben. Auch wenn es toll müde macht, vor allem mich.
