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Bloggende Väter
(Ausbaufähig.)
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Reverse Engineering
Mein Vater ist von seinem kanadischen Wohnort aus eingeflogen und hat auf seiner Reise ein ausgeblasenes Straußenei mitgeschleppt. Er möchte, dass ich ihm dabei helfe, “Frohe Ostern” auf die Schale zu schreiben und will seine Enkeltochter mit dem großen Ding knipsen. Ich bin ganz leicht genervt. Tolles Ostergeschenk für ein fünf Monate altes Baby. So kuschelig.
Natürlich weiß ich, was los ist. Er hat Flickr-Syndrom, nur ohne Flickr.
Sein ganzes Leben lang ist er Fotograf gewesen, nur nie hauptberuflich. Jetzt marschiert er stramm auf die 70 zu, fotografiert aus der Luft Waldbrände für die freiwillige Feuerwehr und hat eine digitale Spiegelreflexkamera, die fünfmal so viel wert ist wie unser Auto es noch ist. OK, das ist auch nicht so schwer, denn ich liebe es, meine alte Diesel zu fahren, bis die Schwarte kracht (ein anderes Thema, es war schon eine Herausforderung, den Kindersitz sicher anzubringen).
Jetzt schwebt ihm also ein Foto vom Baby mit Straußenei vor und ich erkenne die Besessenheit wieder, die mich selbst auch umtreibt, wenn ich eine kreative Idee habe, die ich umsetzen möchte. Egal wie klein die Inspiration ist, wenn sie mir gut gefällt, mache ich’s. Wenn sie groß ist und ich es mir irgendwie leisten kann, sowieso.
Wir werden also in recht absehbarer Zeit frische, extrem hoch aufgelöste Digitalfotos vom Kind haben.
Für ein kuscheliges Ostergeschenk sorge ich selbst.
