AlphaMama

Shit happens. | Work@home Mum (geht nicht gibt' s nicht).

Ganz toll. Einmal doppeldeutig und einmal wahr. « | » Ghosts from the Past


Wir haben kein “Schwarzes Brett” im Haus

Daher habe ich einen Hinweis für die anderen Bewohner ausgedruckt, dass unser Kinderwagen geklaut worden sei, wir uns darüber freuen würden, wenn noch jemand irgendwelche Hinweise hat, wer den Buggy genommen haben könnte - und dass der Nachfolger am Treppengeländer angekettet wird. Denn das wird nicht schön, ich weiß das. Ein lose stehender leichter Buggy, den man mal eben aus dem Weg nehmen kann, wenn man dort entlang muss, ist eine andere Geschichte als ein festgebundener als Wegsperre.

Am Abend stand dann ein wütender nichtwütender Mann in der Tür und schnaufte ein bisschen. Der Nachbar aus dem Erdgeschoss hatte in einem Wutanfall gedacht, wir hätten ihn des Kinderwagendiebstahls bezichtigt und irgendeine patzige Antwort auf seinen Zettel geschrieben. Diesen in unseren Briefkasten gestopft und dann wohl erst begriffen, dass “Info an die Nachbarn, statt Aushang” einer Anklage vielleicht doch nicht gleicht. Das wollte er richtig stellen, also dass er das dann doch begriffen hatte. Er meinte, er habe selbst ein Kind und wir sollten den Zettel dann mal lieber ignorieren.

Ahwas. Was soll man denn sonst mit einem Wutspruch auf einem Zettel machen?

Aber nein, es ist schon in Ordnung gewesen, dass er deswegen hoch zu uns schnaufte. Ich habe ihn nämlich so das erste Mal wirklich gesehen, obwohl er auch seit dem Sommer 2006 hier wohnt. Sonst sieht man nur seinen flüchtenden Rücken - anfangs dachte ich, es liegt an mir. Aber ganz so einfach ist es nicht, er will wohl einfach nicht behelligt werden und nutzt die bewährte Taktik der konsequenten Vermeidung (und oft wohl auch der konsequenten Unfreundlichkeit, wie ich hörte).

Wir sind hier oben ziemlich für uns, weil wir Bekloppten ja unbedingt die ganze oberste Etage kaufen und unser Leben in eine Baustellen-Soap verwandeln mussten. Von den restlichen sieben Parteien bekommen wir nicht viel mit. Wenn der Estrich gegossen wurde, hören wir wahrscheinlich nicht mal mehr, dass noch andere im Haus leben. Unter meinem Office ist gerade ein kleines Appartment mit vier Meter hohen Zimmern frei, das warm unter 400 Euro kostete bisher: Viel mehr wird es nicht geworden sein, die Interessenten geben sich die Klinke in die Hand, denn man wohnt sehr schön vor der Kirche, gegenüber vom Wald, fünf Minuten vom See.

Weil die Etagen unter uns so hoch sind (zu hoch, muss alles immer drastisch abgehängt werden) und unsere 17 Fenster auch weiter oben sitzen als “normale”, sieht es auf Fotos immer so aus, als würden wir den ausgebauten Dachboden bewohnen. Der Boden ist aber noch eine Etage über uns und wir haben Decken von 240 bis an manchen Stellen auch 440cm Höhe über uns :-) je nachdem, in welchem Raum man wo steht. In den meisten Räumen normale Deckenhöhe eben, keine altbautypischen, sondern heizkostenfreundliche.

Ich sitze momentan im zukünftigen Gästezimmer am Ende des Nordflügels :-) siehe das Fenster ganz links.

home office

Und auf diese Aussicht warte ich momentan sehnsüchtig, während irgendein Depp das Düsseldorf komplett mit Puderzucker bestäubt:

Summertime

Vom Wald aus kann man schon eher sehen, dass über uns noch der Dachboden ist (der zu unserer Wohnung, also uns gehört). Leider müsste ich im Augusta-Krankenhaus aufs Dach kommen, um den Teil von unserem Hausdach zu fotografieren, das im Dornröschenschlaf liegt und eines Tages als unsere Dachterrasse erwachen möchte.

In ferner, ferner Zukunft. Wenn ich jetzt von Dachterrassen rede, bekommen alle diesen milden “Liebe Dame, Sie sitzen bereits in 90qm Baustelle, was denn noch alles?”-Gesichtsausdruck.

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Mother of One am 25. Januar 2010

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